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Programm

Bewerbung

Teresa Nawrot

Gründerin und Schulleiterin

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Die Ausbildung

Prof. Teresa Nawrot wurde in Polen geboren. Als Jugendliche entdeckte sie bei Theaterbesuchen, mit der Schule und ihrer Familie, in Warschau ihre Vorliebe für das Schauspiel. Die erste Vorstellung, die Teresa sah und sogleich verzückte war der Verzauberte Kreis von Lucjan Rydel.

Ihre erste Rolle bekam Teresa dank ihrer Mutter, die ihr als Internistin über einen ihrer Patienten eine Rolle als Statistin in einer Oper am Teatr Wielki verschaffen konnte. Da an der Oper auch Statisten für das Fernsehtheater gesucht wurden, konnte Teresa schon bald einen Job als Statistin am Fernsehtheater Plac Powstańców ergattern. Nach ihrer zweiten Bewerbung an der Hochschule ulica Miodowa in Warschau wurde sie schließlich aufgenommen. Der Hochschulrektor Jan Kreczmar persönlich war für ihren Jahrgang zuständig. Nach dem Unterricht besuchte Teresa oftmals noch das Teatr Współczesny, Teatr Ateneu oder das Teatr Dramatyczny.

Im Frühling 1969 traf Teresa das erste mal Jerzy Grotowski, nachdem dieser als Gastredner an ihrer Hochschule angeheuert worden war. Einige Zeit später, nach einer Vorstellung von Ulysses, traf sie Grotowski erneut und erkannte ihn zunächst gar nicht wieder, nach einem kurzem Gespräch, in dem er sie zur Darstellung beglückwünschte und Teresa fragte was sie in Zukunft denn noch so vor hätte, verabschiedete Grotowski sich allerdings wieder. Im frühen Herbst nach ihrem Diplom trat Grotowski durch Jurek Bogajewicz schließlich mit einem Angebot für das Theaterlaboratorium an sie heran. Am 01.11.1971 begann ihr Arbeitsvertrag.

Die Schauspielkunst wurde zum Leitmotiv meines Lebens.

Das Theaterlaboratorium

Eine ihrer ersten Aufgaben im Theaterlaboratorium war es ein altes Gut für die Kernsanierung vorzubereiten. Während die Handwerker mit der Sanierung des Gutes beschäftigt waren, kehrte das Ensemble nach Breslau zurück und führte jeden Tag von 16 Uhr nachmittags bis 5 Uhr morgens verschiedene Aktionen durch. Während der fast zwei Jahre andauernden Vorbereitung entstand die Idee für die Special Projects. Ende Juni 1973 sollten die Vorbereitungen für die Arbeit mit den externen Teilnehmern schließlich abgeschlossen sein. Nach einigen wenigen Aufführungen in Polen, wurde das Ensemble dazu eingeladen, das Projekt in den USA, Frankreich und Australien durchzuführen.

Durch ihre langjährige Zusammenarbeit und die vielen verschiedenen Tätigkeiten, die Teresa für Grotowski erledigte, wurde sie schließlich zu seiner Assistentin ernannt und zog bei ihm ein. Sie schliefen in Schlafsäcken, ein Bett gab es nicht. Über die Jahre half sie bei der Organisation und Durchführung verschiedener Aktionen des Theaterlaboratoriums und trat in verschiedenen Inszenierungen auf. Teresa wurde mit der Zeit mit ihrer Rolle als Assistentin jedoch immer unzufriedener und holte sich deshalb Grotowskis Erlaubnis, eigene Seminare durchführen zu dürfen. Während dieser Zeit entwickelte sie ihre eigene Vision, wie sie Schauspieltechnik lehren wollte. Im November 1982 entschied sich Teresa schließlich, das Ensemble Grotowskis zu verlassen, nachdem dieser aufgrund des Kriegszustandes in Polen politisches Asyl in den USA beantragte und verkündete, nichts mehr mit der polnischen Regierung zu tun haben zu wollen.

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Schauspieltechnik ist kein Wunder, sondern eine große körperliche und geistige Anstrengung. Man muss den essentiellen Sinn verstehen und das Ziel nachvollziehen. Dafür braucht ein junger Mensch, der angehende Schauspieler, einen Lehrer, der seine Fragen beantworten und ihm das Ziel seiner Bemühungen erklären kann.

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Reduta Berlin

Im Juni 1983 gründete Teresa offiziell das Theaterstudio Nawrot und legte damit den Grundstein für das, was später einmal die Reduta Berlin werden sollte. Im Theaterstudio Nawrot fanden Proben und Kurse statt, die jungen Menschen das schauspielerische Handwerk und die künstlerische Haltung nahe bringen sollten. 1987 erhielt Teresa eine Auszeichnung für besondere Leistungen auf dem Gebiet des Theaters. Mit Hilfe des Preisgeldes konnte sie größere Räume am Halleschen Ufer mieten. Aufgrund der hohen Miete der Räumlichkeiten sah sie sich jedoch dazu gezwungen, Geschäftspartner mit ins Boot zu holen. Nach einigen Problemen mit Ihren Geschäftspartnern entschied sie sich dazu, das Theater am Ufer zu verlassen.

Danach unterrichtete Teresa zwei Jahre lang Schauspieltechnik in den Räumen des Ratibor-Theaters. Sie verbesserte ihren Lehrplan und fand immer mehr Schüler. Nachdem ihre Seminarteilnehmer ihr vorschlugen doch eine richtige Schauspielschule zu gründen, entstand die "Schauspielschule Reduta", welche sich seit 1988 an der Gneisenaustraße 41 befindet und seit 1996 staatlich anerkannt ist.